Wasserhärte am Geschirrspüler richtig einstellen
Ab Werk steht fast jeder Geschirrspüler auf einer mittleren Wasserhärte. Passt das nicht zu deinem Leitungswasser, gibt es Kalkflecken oder unnötig hohen Salzverbrauch. Die Einstellung dauert nur wenige Minuten.
Kurz gesagt
Um am Geschirrspüler die Wasserhärte einzustellen, erfragst du zuerst den Härtewert in °dH bei deinem Wasserversorger oder misst ihn mit Teststreifen. Dann wählst du im Gerätemenü oder über eine Tastenkombination die passende Härtestufe laut Bedienungsanleitung. Stimmt die Einstellung, nutzt die Enthärtung das Salz sparsam und schützt Gerät und Geschirr vor Kalk.
Warum die Einstellung wichtig ist
Die Enthärtungsanlage im Gerät weiß nicht, wie hart dein Wasser ist. Sie regeneriert in Abständen, die sich nach der eingestellten Härte richten. Ist der Wert zu niedrig eingestellt, ist das Harz erschöpft, bevor regeneriert wird, und Kalk gelangt ins Spülwasser. Ist er zu hoch, verbraucht das Gerät mehr Salz und Wasser als nötig, und das Spülwasser wird sehr weich. Sehr weiches Wasser kann zusammen mit hoher Spülmitteldosis Glaskorrosion begünstigen.
Wasserhärte herausfinden
- Wasserversorger: Die Härte steht auf der Website des örtlichen Versorgers, oft per Postleitzahl abrufbar, oder auf der Jahresabrechnung.
- Teststreifen: Streifen kurz ins Leitungswasser tauchen und die Farbe mit der Skala vergleichen. Genauigkeit meist in Stufen von einigen °dH, für die Geräteeinstellung ausreichend.
- Tropftest: genauer als Streifen, aber aufwendiger. Lohnt sich bei Werten nahe einer Grenze.
- Teststreifen beim Gerät: Manche Hersteller legen einen Streifen bei.
Versorger geben die Härte teils in mmol/l an. Die Umrechnung: 1 mmol/l Härtebildner (Calcium und Magnesium) entspricht ca. 5,6 °dH. Ein Wert von 2,5 mmol/l sind also rund 14 °dH. Bei Mischwasser aus mehreren Quellen kann die Härte schwanken; stell dann auf den oberen Wert ein.
| Härtebereich | mmol/l | °dH | Folgen für den Geschirrspüler |
|---|---|---|---|
| weich | unter 1,5 | unter 8,4 | Enthärtung niedrig oder aus, Salz je nach Gerät verzichtbar |
| mittel | 1,5–2,5 | 8,4–14 | Enthärtung und Salz nötig |
| hart | über 2,5 | über 14 | Enthärtung hoch, Salz unverzichtbar |
So stellst du die Wasserhärte am Gerät ein
Die Bedienung unterscheidet sich je nach Hersteller und Baujahr. Das Grundprinzip ist aber fast immer gleich: Grundeinstellungen aufrufen, Menüpunkt Wasserhärte oder Enthärtung wählen, Stufe ändern, speichern.
Bedienungsanleitung bereitlegen
Suche das Kapitel zur Wasserenthärtung. Dort steht eine Tabelle, welche Stufe zu welchem °dH-Bereich gehört. Fehlt die Anleitung, findest du sie meist auf der Herstellerseite über die Modell- oder E-Nummer.
Einstellmodus aufrufen
Bei vielen Geräten hältst du dazu eine bestimmte Taste beim Einschalten gedrückt oder öffnest die Grundeinstellungen im Display. Bei Geräten mit App geht es auch über das Smartphone.
Stufe wählen
Viele Geräte arbeiten mit nummerierten Stufen, häufig von 0 bis 7, andere je nach Modell mit dem direkten °dH-Wert. Stufe 0 bedeutet meist, dass die Enthärtung abgeschaltet ist.
Speichern und prüfen
Bestätige die Auswahl und kontrolliere, ob die Anzeige den neuen Wert zeigt. Bei manchen Geräten wird automatisch gespeichert, wenn du das Gerät ausschaltest.
Salz auffüllen
Ist die Enthärtung aktiv, muss Salz im Behälter sein. Wie das geht, steht unter Regeneriersalz nachfüllen.
Bei älteren Geräten erfolgt die Einstellung teilweise über einen Drehschalter am Salzbehälter oder intern. Die genaue Belegung der Tasten und Stufen für Bosch, Siemens, Miele, AEG und andere Marken unterscheidet sich von Modell zu Modell. Verbindlich ist immer die Anleitung deines Geräts.
Ergebnis kontrollieren und nachjustieren
Nach ein paar Spülgängen zeigt das Geschirr, ob die Einstellung passt. Weiße, abwischbare Flecken und ein rauer Film deuten auf zu wenig Enthärtung oder fehlendes Salz hin, siehe weiße Beläge. Milchige, nicht abwischbare Trübungen dagegen sprechen eher für zu weiches Wasser oder Überdosierung, siehe Glaskorrosion. Tropfen und Wasserflecken sind meist ein Fall für den Klarspüler.
Wasserhärte, Salz und Spülmittel
Die Wasserhärte beeinflusst auch, wie viel Spülmittel du brauchst. Bei weichem Wasser genügt oft weniger Pulver oder Gel als auf der Packung steht, bei hartem Wasser eher die volle Menge. Details stehen unter Spülmittel richtig dosieren. Wann du bei weichem Wasser ganz auf Salz verzichten kannst und was du dann einstellst, erklärt Geschirrspüler ohne Salz. Den Überblick über alle Mittel gibt Tabs, Salz und Klarspüler.
Typische Fehler
- Die Werkseinstellung nie prüfen, obwohl das Wasser deutlich härter oder weicher ist
- Nach einem Umzug die alte Einstellung beibehalten
- Härte auf 0 stellen, aber weiter Salz einfüllen
- °fH oder mmol/l mit °dH verwechseln
- Bei hartem Wasser allein auf All-in-One-Tabs setzen
Häufige Fragen
Was bedeutet °dH?
°dH steht für „Grad deutscher Härte“. Ein Grad entspricht 10 mg Calciumoxid pro Liter Wasser. In Deutschland ist die Einheit verbreitet, auch wenn offiziell mmol/l gilt.
Muss ich nach dem Ändern der Einstellung etwas zurücksetzen?
Nein. Die neue Einstellung gilt ab dem nächsten Programm. Ein Reset auf Werkseinstellungen kann dagegen auch die Härte zurücksetzen, prüfe sie danach erneut.
Kann ein Wasserfilter im Haus die Einstellung ändern?
Ja. Hat das Haus eine zentrale Enthärtungsanlage, ist das Leitungswasser weicher als vom Versorger angegeben. Miss dann direkt am Wasserhahn und stell den gemessenen Wert ein.
Wie oft sollte ich die Wasserhärte prüfen?
Nach einem Umzug, bei Änderungen durch den Versorger und wenn plötzlich Kalkflecken auftreten. Ansonsten reicht ein Blick alle paar Jahre auf die Angaben des Wasserversorgers.