Sprüharm reinigen
Bleiben Teller im Oberkorb schmutzig oder liegen Reste nur an bestimmten Stellen, sind oft verstopfte Düsen schuld. Die Sprüharme lassen sich bei den meisten Geräten ohne Werkzeug ausbauen und in etwa 15 Minuten reinigen.
Kurz gesagt
Um den Sprüharm im Geschirrspüler zu reinigen, ziehst du den unteren Arm meist nach oben ab und löst den oberen per Clip oder Überwurfmutter unter dem Oberkorb. Spül die Arme innen unter fließendem Wasser durch, stoß verstopfte Düsen mit einem Zahnstocher frei und leg verkalkte Arme ca. 30 Minuten in Zitronensäurelösung. Danach prüfst du, ob sie sich frei und ohne Spiel drehen.
Wie die Sprüharme arbeiten
Die Umwälzpumpe drückt das Spülwasser durch die Sprüharme. Der Rückstoß des Wassers aus schräg angeordneten Düsen versetzt die Arme in Drehung, sodass sie den Innenraum gleichmäßig besprühen. Die meisten Geräte haben einen unteren Arm unter dem Unterkorb und einen oberen unter dem Oberkorb. Viele Modelle besitzen zusätzlich eine Deckenbrause oder einen dritten Arm für die Besteckschublade, je nach Modell auch Zusatzdüsen für Backbleche oder einen speziellen Intensivbereich.
Ist eine Düse verstopft, fehlt an dieser Stelle der Wasserstrahl. Sind mehrere zu, verliert der Arm an Rückstoß und dreht sich langsamer oder gar nicht – dann bleibt ein großer Teil des Geschirrs schmutzig. Typische Ursachen sind Zitronenkerne, Reiskörner, Glassplitter, Etikettenreste und Kalk.
Woran du verstopfte Sprüharme erkennst
| Symptom | Wahrscheinliche Ursache | Was du prüfst |
|---|---|---|
| Nur der Oberkorb bleibt schmutzig | Oberer Arm verstopft oder nicht eingerastet | Sitz und Düsen des oberen Arms, Wasserzulauf am Oberkorb |
| Schmutz in einer bestimmten Zone | Einzelne Düsen zu | Arm gegen das Licht halten |
| Arm steht nach dem Programm immer in derselben Position | Arm dreht sich nicht | Hohe Teller oder Griffe im Weg, Lager schwergängig |
| Klappern beim Spülen | Fremdkörper im Arm oder Arm schlägt an Geschirr | Arm schütteln, Beladung prüfen |
| Weißer, rauer Belag an den Düsen | Kalk | Wasserhärte und Salzeinstellung |
Spült das Gerät insgesamt schlecht, lohnt auch ein Blick auf die weiteren Ursachen im Ratgeber Geschirrspüler spült nicht sauber.
Sicherheit und Material
Schalte das Gerät aus, zieh den Netzstecker und dreh den Wasserhahn zu. Lass das Gerät nach einem Programm abkühlen – Heizelement und Wasser im Sumpf können noch heiß sein. Achte beim Ausbau auf Glassplitter im Bodenbereich.
- Zahnstocher oder Holzspieß (keine Metallnadel, sie kann die Düsen aufweiten)
- Weiche Bürste, zum Beispiel eine alte Zahnbürste
- Warmes Wasser mit etwas Handspülmittel in der Spüle
- Bei Kalk: 1–2 Esslöffel Zitronensäure auf ca. 1 Liter warmes Wasser
- Bei Fettbelag: Maschinenreiniger für den anschließenden Heißlauf
- Je nach Modell ein Schraubendreher, falls der obere Arm verschraubt ist
Sprüharm reinigen: Schritt für Schritt
Körbe herausnehmen
Zieh den Unterkorb heraus. Für den oberen Arm den Oberkorb ganz ausziehen oder aushängen – bei manchen Modellen ist der Arm von unten erreichbar, wenn der Korb ausgezogen ist.
Unteren Sprüharm ausbauen
Der untere Arm sitzt meist nur aufgesteckt oder ist mit einem Rastclip gesichert. Fasse ihn in der Mitte und zieh ihn senkrecht nach oben. Lässt er sich nicht bewegen, schau in die Bedienungsanleitung: Manche Geräte haben eine Überwurfmutter oder einen Bajonettverschluss.
Oberen Sprüharm lösen
Der obere Arm ist unter dem Oberkorb befestigt, je nach Modell mit einer Kunststoffmutter, einem Clip oder einer kleinen Schraube. Dreh die Mutter gegen den Uhrzeigersinn ab und nimm den Arm samt Dichtring ab. Merk dir die Einbaulage, am besten mit einem Handyfoto.
Innen durchspülen
Halte die Öffnung am Drehpunkt unter den laufenden Wasserhahn. Das Wasser muss gleichmäßig aus allen Düsen austreten. Schüttle den Arm, um lose Kerne und Splitter herauszubekommen. Manche Arme haben an den Enden abnehmbare Kappen, durch die sich Fremdkörper leichter entfernen lassen.
Düsen freilegen
Stoß verstopfte Düsen vorsichtig mit dem Zahnstocher frei und spül den gelösten Schmutz nach innen und dann aus dem Arm heraus. Die Außenseite mit Bürste und Spülmittelwasser reinigen.
Kalk lösen
Sind die Düsen verkalkt, leg den Arm ca. 30 Minuten in die warme Zitronensäurelösung und bürste ihn danach ab. Gründlich mit klarem Wasser nachspülen.
Lager und Aufnahme prüfen
Kontrolliere die Aufnahme im Gerät auf Fremdkörper und den Dichtring auf Risse. Ein deutlich ausgeschlagenes Lager oder ein gebrochener Clip führt dazu, dass der Arm eiert oder Wasser seitlich verliert.
Einsetzen und Drehtest
Setz die Arme wieder ein, bis sie hörbar einrasten oder die Mutter fest sitzt. Dreh jeden Arm von Hand: Er muss leicht laufen und darf nirgends an Korb oder Gerätewand streifen. Danach Wasserhahn öffnen, Stecker einstecken und ein kurzes Programm im leeren Gerät starten.
Merk dir vor dem Start die Stellung des unteren Arms und öffne die Tür nach wenigen Minuten im laufenden Programm. Hat sich die Position verändert, dreht der Arm. Das Gerät stoppt beim Öffnen; lass vor dem Öffnen einige Sekunden verstreichen, damit kein heißer Dampf austritt.
Häufige Fehler
- Den Arm nach dem Reinigen nicht vollständig einrasten – er kann sich im Programm lösen und auf Geschirr oder Heizung fallen.
- Metallnadeln oder Bohrer verwenden: Aufgeweitete Düsen verändern Strahl und Rückstoß.
- Den Dichtring am oberen Arm verlieren oder verdreht einsetzen.
- Hohe Teller, Pfannengriffe oder Schneidbretter so einräumen, dass sie den Arm blockieren.
- Arme in die Spülmaschine selbst legen oder mit Scheuermittel bearbeiten.
Viele Blockaden entstehen beim Einräumen. Wie Bleche, Töpfe und hohe Teller stehen sollten, damit der Arm frei läuft, steht im Ratgeber Geschirrspüler richtig einräumen.
Wie oft reinigen und was sonst hilft
Bei normaler Nutzung reicht es, die Sprüharme etwa einmal im Monat zu kontrollieren und alle zwei bis drei Monate auszubauen. Bei sehr hartem Wasser oder wenn oft Speisereste mit Kernen ins Gerät gelangen, ist häufigeres Reinigen sinnvoll. Das Sieb verdient mehr Aufmerksamkeit: Ein beschädigtes oder schlecht eingesetztes Sieb lässt Partikel in den Wasserkreislauf, die anschließend in den Düsen landen.
Gegen Fettbeläge im Inneren der Arme hilft ein regelmäßiger Heißlauf mit Maschinenreiniger für Geschirrspüler. Gegen Kalk wirkt vor allem korrekt eingestelltes Regeneriersalz; einzelne verkalkte Teile kannst du wie oben beschrieben mit Zitronensäure behandeln – wie das im ganzen Gerät funktioniert, erklärt der Ratgeber Geschirrspüler mit Zitronensäure reinigen.
Wenn du die Arme ohnehin ausgebaut hast, lohnt sich ein Blick auf die Türdichtung und die Ecken der Bodenwanne. Dunkle Punkte dort deuten auf Schimmel hin; der Ratgeber Schimmel im Geschirrspüler zeigt, wie du ihn entfernst. Wie du die Dichtung reinigst und auf Verschleiß prüfst, steht im Ratgeber zur Geschirrspüler-Dichtung. Den vollständigen Pflegeplan findest du unter Geschirrspüler reinigen.
Wann ein Ersatzteil oder der Kundendienst nötig ist
Ist ein Arm gerissen, verzogen oder das Lager ausgeschlagen, hilft nur ein Ersatzteil. Sprüharme gibt es für die meisten Geräte einzeln; such sie anhand der E-Nummer oder Modellnummer auf dem Typenschild am Türrand. Hinweise zur Suche gibt der Ratgeber Geschirrspüler-Ersatzteile finden. Drehen sich saubere, intakte Arme trotzdem nicht oder kommt kaum Wasser aus den Düsen, liegt das Problem eher bei der Umwälzpumpe oder deren Zulauf. Dann ist der Kundendienst gefragt, denn dafür muss das Gerät geöffnet werden.
Häufige Fragen
Kann ich die Sprüharme in der Spülmaschine mitspülen?
Davon ist abzuraten. Ohne eingesetzte Arme verteilt das Gerät kein Wasser, und lose Teile können an die Heizung oder in den Sumpf geraten. Reinige die Arme in der Spüle und setz sie vor dem Programm wieder ein.
Der obere Sprüharm lässt sich nicht abschrauben – was tun?
Prüfe in der Bedienungsanleitung, ob er geschraubt, geclipst oder per Bajonett befestigt ist. Festsitzende Kunststoffmuttern lösen sich oft, wenn du sie mit einem Tuch für besseren Halt greifst. Keine Zange mit Gewalt ansetzen, das Gewinde bricht leicht.
Warum dreht sich der Sprüharm nach der Reinigung immer noch nicht?
Häufig blockiert ein Teil im Korb den Weg oder der Arm ist nicht ganz eingerastet. Läuft er von Hand frei, aber nicht im Programm, kommt möglicherweise zu wenig Wasserdruck an – etwa durch ein verstopftes Sieb oder eine schwache Umwälzpumpe.
Was kostet ein neuer Sprüharm?
Originalteile liegen je nach Hersteller und Modell meist bei etwa 15–50 €. Achte darauf, dass das Teil zur E-Nummer deines Geräts passt, denn Bauformen unterscheiden sich auch innerhalb einer Marke.