Geschirrspüler Energieeffizienzklasse: So liest du das Label
Seit März 2021 tragen Geschirrspüler das neue EU-Energielabel mit den Klassen A bis G. Es zeigt mehr als nur einen Buchstaben – wer die Angaben richtig liest, kann Geräte fair vergleichen.
Kurz gesagt
Die Geschirrspüler Energieeffizienzklasse reicht von A (sehr sparsam) bis G und basiert ausschließlich auf dem Eco-Programm. Entscheidend für deine Stromrechnung ist die Angabe in kWh pro 100 Zyklen, nicht der Buchstabe allein. Ein 60-cm-Gerät der Klasse A braucht je nach Größe ca. 50–60 kWh pro 100 Spülgänge, ein Gerät der Klasse E ca. 90–105 kWh.
Was das Energielabel zeigt
Das Label ist für alle Geschirrspüler in der EU Pflicht, egal ob Einbau-, Stand- oder Tischgerät. Es enthält sechs Informationen, die du beim Vergleich nutzen solltest:
- Effizienzklasse A–G: eine relative Einordnung, berechnet über den Energieeffizienzindex (EEI).
- kWh pro 100 Zyklen: der gewichtete Stromverbrauch im Eco-Programm, hochgerechnet auf 100 Spülgänge.
- Maßgedecke: die Nennkapazität, auf die sich alle anderen Werte beziehen.
- Wasserverbrauch: Liter pro Spülgang im Eco-Programm.
- Programmdauer: die Laufzeit des Eco-Programms in Stunden und Minuten.
- Geräuschemission: Schallleistung in dB(A) plus Geräuschklasse A–D.
Über den QR-Code oben rechts gelangst du zum Eintrag in der europäischen Produktdatenbank EPREL. Dort stehen das vollständige Produktdatenblatt und häufig auch weitere Programmwerte.
Geschirrspüler Energieeffizienzklasse: Die Klassen in Zahlen
Die Klasse ergibt sich aus dem EEI. Er setzt den gemessenen Verbrauch ins Verhältnis zu einem Standardverbrauch, der von der Zahl der Maßgedecke abhängt. Ein kleines Gerät darf daher absolut weniger verbrauchen und trotzdem eine schlechtere Klasse haben als ein großes.
| Klasse | EEI | ca. kWh / 100 Zyklen | Typisch für |
|---|---|---|---|
| A | unter 32 | ca. 50–60 | Oberklasse, oft mit Zeolith oder Wärmepumpe |
| B | 32 bis unter 38 | ca. 60–70 | gehobene Mittelklasse |
| C | 38 bis unter 44 | ca. 70–80 | Mittelklasse |
| D | 44 bis unter 50 | ca. 80–95 | Einstieg und Mittelklasse |
| E | 50 bis unter 56 | ca. 90–105 | günstige Einstiegsgeräte |
| F / G | ab 56 | über ca. 100 | im Handel kaum noch zu finden |
Die genauen Werte des einzelnen Modells findest du im Datenblatt oder in EPREL. Bei 45-cm-Geräten liegen die absoluten Werte niedriger, die Klassen sind aber im Schnitt etwas schlechter, weil die Bezugsgröße kleiner ist.
Altes und neues Label: Warum A+++ verschwunden ist
Bis Februar 2021 galt die Skala A+++ bis D. Fast alle Geräte lagen in den obersten Klassen, der Unterschied war kaum noch erkennbar. Bei der Umstellung wurde neu gemessen und neu eingeteilt: Ein früheres A+++-Gerät landet heute meist in Klasse C oder D. Es ist dadurch nicht schlechter geworden, nur die Skala ist strenger.
Auch die Bezugsgröße hat sich geändert. Das alte Label nannte kWh pro Jahr bei 280 Spülgängen, das neue nennt kWh pro 100 Zyklen. Alte und neue Werte lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen. Wenn du ein Gerät mit altem Label gebraucht kaufst, rechne den Jahreswert durch 2,8, um eine grobe Hausnummer pro 100 Spülgänge zu bekommen – exakt ist das wegen der geänderten Messmethode nicht.
Rechenbeispiel: Was eine bessere Klasse spart
Angenommen, du spülst 220-mal im Jahr im Eco-Programm und zahlst 35 Cent pro kWh. Dann ergibt sich:
| Gerät | kWh / 100 Zyklen | kWh / Jahr | Stromkosten / Jahr |
|---|---|---|---|
| Klasse A | 55 | 121 | ca. 42 € |
| Klasse C | 75 | 165 | ca. 58 € |
| Klasse E | 95 | 209 | ca. 73 € |
Zwischen A und E liegen in diesem Beispiel rund 30 € pro Jahr, über zehn Jahre also etwa 300 €. Kostet das A-Gerät 400 € mehr, rechnet sich der Aufpreis allein über den Strom nicht. Anders sieht es aus, wenn du täglich spülst oder der Aufpreis gering ist. Wie viel Strom die übrigen Programme brauchen, erklärt der Ratgeber zum Stromverbrauch von Geschirrspülern.
Was die Klasse für deine Kaufentscheidung bedeutet
Die Energieeffizienzklasse ist ein guter Filter, aber kein alleiniges Kaufkriterium. Sinnvoll ist diese Reihenfolge:
Größe und Bauform festlegen
Nische, Breite und Integrationsart schränken die Auswahl zuerst ein. Erst danach lohnt der Effizienzvergleich innerhalb dieser Gruppe.
kWh pro 100 Zyklen vergleichen
Vergleiche absolute Werte bei gleicher Maßgedeck-Zahl. So siehst du den realen Unterschied statt nur den Buchstaben.
Wasser und Laufzeit prüfen
Ein sparsames Gerät mit fast fünf Stunden Eco-Laufzeit passt nicht zu jedem Alltag. Der Wasserverbrauch steht ebenfalls auf dem Label.
Mehrpreis gegen Ersparnis rechnen
Nutze das Rechenbeispiel oben mit deiner Spülhäufigkeit und deinem Strompreis.
Weitere Kriterien wie Trocknung, Korbsystem und Lautstärke findest du in der Kaufberatung für Geschirrspüler. Wer gezielt nach den genügsamsten Geräten sucht, wird beim Überblick zum sparsamsten Geschirrspüler fündig.
Praktische Tipps für den Vergleich
- Achte darauf, dass du Geräte mit gleicher Maßgedeck-Zahl vergleichst.
- Prüfe im EPREL-Datenblatt, ob die Werte für das exakte Modell (komplette Typbezeichnung) gelten.
- Spülst du überwiegend im Automatik- oder Intensivprogramm, sagt das Label wenig über deinen Verbrauch aus.
- Ein Warmwasseranschluss kann den Stromverbrauch senken, wenn das Warmwasser aus Solarthermie oder Wärmepumpe kommt.
- Die Geräuschklasse auf demselben Label hilft bei offenen Küchen mehr als ein Effizienzschritt.
Häufige Missverständnisse
„Klasse A spart in jedem Programm.“ Nein. Gemessen wird nur das Eco-Programm. Im Intensivprogramm unterscheiden sich gute und mittlere Geräte oft weniger.
„Ein 45-cm-Gerät mit Klasse E verbraucht mehr als ein 60-cm-Gerät mit Klasse C.“ Nicht unbedingt. Absolut kann das schmale Gerät sogar weniger Strom brauchen, es spült aber auch weniger Geschirr pro Durchgang.
„Die lange Eco-Laufzeit kostet zusätzlich Strom.“ Die meiste Energie fließt in das Aufheizen des Wassers. Die längere Laufzeit ersetzt Temperatur durch Einwirkzeit und ist der Grund für den niedrigen Verbrauch. Mehr dazu im Beitrag zum Eco-Programm.
Häufige Fragen
Wo finde ich die Energieeffizienzklasse, wenn das Label fehlt?
Die Klasse steht im Produktdatenblatt, das jeder Händler bereitstellen muss. Alternativ suchst du das Modell in der EPREL-Datenbank der EU über die vollständige Typbezeichnung.
Gibt es Geschirrspüler mit Energieeffizienzklasse A in 45 cm Breite?
Ja, aber selten. Die meisten schmalen Geräte liegen in den Klassen B bis E, weil der Standardverbrauch für weniger Maßgedecke strenger angesetzt ist. Vergleiche hier besonders die absoluten kWh-Werte.
Ändert sich die Klasse, wenn ich das Gerät an Warmwasser anschließe?
Nein. Die Klasse wird nach Norm mit Kaltwasser ermittelt und bleibt gleich. Dein tatsächlicher Stromverbrauch kann aber sinken, wenn das Warmwasser günstig erzeugt wird.
Wie wichtig ist die Geräuschklasse auf dem Label?
Sie reicht von A (unter 39 dB) bis D (ab 46 dB). In offenen Wohnküchen ist sie oft relevanter als ein Schritt in der Effizienzklasse, weil sie den Alltag direkt spürbar beeinflusst.