Geschirrspüler Energieeffizienzklasse: So liest du das Label

Seit März 2021 tragen Geschirrspüler das neue EU-Energielabel mit den Klassen A bis G. Es zeigt mehr als nur einen Buchstaben – wer die Angaben richtig liest, kann Geräte fair vergleichen.

Aktualisiert im Oktober 2026. Lesezeit etwa 5 Minuten. Von der Redaktion.

Kurz gesagt

Die Geschirrspüler Energieeffizienzklasse reicht von A (sehr sparsam) bis G und basiert ausschließlich auf dem Eco-Programm. Entscheidend für deine Stromrechnung ist die Angabe in kWh pro 100 Zyklen, nicht der Buchstabe allein. Ein 60-cm-Gerät der Klasse A braucht je nach Größe ca. 50–60 kWh pro 100 Spülgänge, ein Gerät der Klasse E ca. 90–105 kWh.

Was das Energielabel zeigt

Das Label ist für alle Geschirrspüler in der EU Pflicht, egal ob Einbau-, Stand- oder Tischgerät. Es enthält sechs Informationen, die du beim Vergleich nutzen solltest:

Über den QR-Code oben rechts gelangst du zum Eintrag in der europäischen Produktdatenbank EPREL. Dort stehen das vollständige Produktdatenblatt und häufig auch weitere Programmwerte.

Geschirrspüler Energieeffizienzklasse: Die Klassen in Zahlen

Die Klasse ergibt sich aus dem EEI. Er setzt den gemessenen Verbrauch ins Verhältnis zu einem Standardverbrauch, der von der Zahl der Maßgedecke abhängt. Ein kleines Gerät darf daher absolut weniger verbrauchen und trotzdem eine schlechtere Klasse haben als ein großes.

EEI-Grenzen nach EU-Verordnung; Verbrauchswerte als grobe Richtwerte für 60-cm-Geräte mit 13–14 Maßgedecken
KlasseEEIca. kWh / 100 ZyklenTypisch für
Aunter 32ca. 50–60Oberklasse, oft mit Zeolith oder Wärmepumpe
B32 bis unter 38ca. 60–70gehobene Mittelklasse
C38 bis unter 44ca. 70–80Mittelklasse
D44 bis unter 50ca. 80–95Einstieg und Mittelklasse
E50 bis unter 56ca. 90–105günstige Einstiegsgeräte
F / Gab 56über ca. 100im Handel kaum noch zu finden

Die genauen Werte des einzelnen Modells findest du im Datenblatt oder in EPREL. Bei 45-cm-Geräten liegen die absoluten Werte niedriger, die Klassen sind aber im Schnitt etwas schlechter, weil die Bezugsgröße kleiner ist.

Altes und neues Label: Warum A+++ verschwunden ist

Bis Februar 2021 galt die Skala A+++ bis D. Fast alle Geräte lagen in den obersten Klassen, der Unterschied war kaum noch erkennbar. Bei der Umstellung wurde neu gemessen und neu eingeteilt: Ein früheres A+++-Gerät landet heute meist in Klasse C oder D. Es ist dadurch nicht schlechter geworden, nur die Skala ist strenger.

Auch die Bezugsgröße hat sich geändert. Das alte Label nannte kWh pro Jahr bei 280 Spülgängen, das neue nennt kWh pro 100 Zyklen. Alte und neue Werte lassen sich deshalb nicht direkt vergleichen. Wenn du ein Gerät mit altem Label gebraucht kaufst, rechne den Jahreswert durch 2,8, um eine grobe Hausnummer pro 100 Spülgänge zu bekommen – exakt ist das wegen der geänderten Messmethode nicht.

Rechenbeispiel: Was eine bessere Klasse spart

Angenommen, du spülst 220-mal im Jahr im Eco-Programm und zahlst 35 Cent pro kWh. Dann ergibt sich:

Beispielrechnung mit 220 Eco-Spülgängen pro Jahr und 35 Cent/kWh
GerätkWh / 100 ZyklenkWh / JahrStromkosten / Jahr
Klasse A55121ca. 42 €
Klasse C75165ca. 58 €
Klasse E95209ca. 73 €

Zwischen A und E liegen in diesem Beispiel rund 30 € pro Jahr, über zehn Jahre also etwa 300 €. Kostet das A-Gerät 400 € mehr, rechnet sich der Aufpreis allein über den Strom nicht. Anders sieht es aus, wenn du täglich spülst oder der Aufpreis gering ist. Wie viel Strom die übrigen Programme brauchen, erklärt der Ratgeber zum Stromverbrauch von Geschirrspülern.

Was die Klasse für deine Kaufentscheidung bedeutet

Die Energieeffizienzklasse ist ein guter Filter, aber kein alleiniges Kaufkriterium. Sinnvoll ist diese Reihenfolge:

  1. Größe und Bauform festlegen

    Nische, Breite und Integrationsart schränken die Auswahl zuerst ein. Erst danach lohnt der Effizienzvergleich innerhalb dieser Gruppe.

  2. kWh pro 100 Zyklen vergleichen

    Vergleiche absolute Werte bei gleicher Maßgedeck-Zahl. So siehst du den realen Unterschied statt nur den Buchstaben.

  3. Wasser und Laufzeit prüfen

    Ein sparsames Gerät mit fast fünf Stunden Eco-Laufzeit passt nicht zu jedem Alltag. Der Wasserverbrauch steht ebenfalls auf dem Label.

  4. Mehrpreis gegen Ersparnis rechnen

    Nutze das Rechenbeispiel oben mit deiner Spülhäufigkeit und deinem Strompreis.

Weitere Kriterien wie Trocknung, Korbsystem und Lautstärke findest du in der Kaufberatung für Geschirrspüler. Wer gezielt nach den genügsamsten Geräten sucht, wird beim Überblick zum sparsamsten Geschirrspüler fündig.

Praktische Tipps für den Vergleich

Häufige Missverständnisse

„Klasse A spart in jedem Programm.“ Nein. Gemessen wird nur das Eco-Programm. Im Intensivprogramm unterscheiden sich gute und mittlere Geräte oft weniger.

„Ein 45-cm-Gerät mit Klasse E verbraucht mehr als ein 60-cm-Gerät mit Klasse C.“ Nicht unbedingt. Absolut kann das schmale Gerät sogar weniger Strom brauchen, es spült aber auch weniger Geschirr pro Durchgang.

„Die lange Eco-Laufzeit kostet zusätzlich Strom.“ Die meiste Energie fließt in das Aufheizen des Wassers. Die längere Laufzeit ersetzt Temperatur durch Einwirkzeit und ist der Grund für den niedrigen Verbrauch. Mehr dazu im Beitrag zum Eco-Programm.

Häufige Fragen

Wo finde ich die Energieeffizienzklasse, wenn das Label fehlt?

Die Klasse steht im Produktdatenblatt, das jeder Händler bereitstellen muss. Alternativ suchst du das Modell in der EPREL-Datenbank der EU über die vollständige Typbezeichnung.

Gibt es Geschirrspüler mit Energieeffizienzklasse A in 45 cm Breite?

Ja, aber selten. Die meisten schmalen Geräte liegen in den Klassen B bis E, weil der Standardverbrauch für weniger Maßgedecke strenger angesetzt ist. Vergleiche hier besonders die absoluten kWh-Werte.

Ändert sich die Klasse, wenn ich das Gerät an Warmwasser anschließe?

Nein. Die Klasse wird nach Norm mit Kaltwasser ermittelt und bleibt gleich. Dein tatsächlicher Stromverbrauch kann aber sinken, wenn das Warmwasser günstig erzeugt wird.

Wie wichtig ist die Geräuschklasse auf dem Label?

Sie reicht von A (unter 39 dB) bis D (ab 46 dB). In offenen Wohnküchen ist sie oft relevanter als ein Schritt in der Effizienzklasse, weil sie den Alltag direkt spürbar beeinflusst.

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